IT-Infrastruktur
Den Durchblick beim Monitorkauf bewahren

Den Durchblick bewahren

Wie groß soll er sein und welche Auflösung soll er haben? Neben dem Preis sind das wohl die am meisten gestellten Fragen beim Displaykauf. Unabhängig von den Eigenschaften eines Monitors sollte der Einsatzzweck als Entscheidungsgrundlage dienen. Denn nicht jeder Displaytyp ist für jeden geplanten Zweck geeignet. Aber welche Paneltypen gibt es und welche Vor- und Nachteile bringen diese mit sich?

Grundsätzlich gibt es drei gängige Displaytypen: TN (Twisted nematics) ist der preislich günstigste Typ, (P)VA (Patterned Vertical Alignment) ist in der Mittelklasse anzutreffen und IPS (In Plane Switching) ist häufig der teuerste. Dabei kommt der Preis nicht nur durch den Displaytypen zustande, sondern auch aufgrund der Ausstattung des Monitors. Ein sehr gut ausgestatteter Gaming Monitor mit TN-Panel kann teurer sein als ein weniger gut ausgestatteter Monitor mit IPS-Panel.

TN-Panel (Twisted-Nematic-Panel)

Das TN-Panel ist der günstigste der drei Panelarten und deshalb oft im Einsteigerbereich zu finden. Der niedrige Preis ist die Folge der sehr günstigen Produktionskosten, die es ermöglichen, für wenig Geld sehr große Displays herzustellen. Dadurch ist das TN-Panel immer noch Spitzenreiter auf dem Markt und das schon seit es dünne LCD-Monitore gibt.

Ein anderer Vorteil des TN-Panels ist aber vor allem die schnelle Reaktionszeit. Im Gegensatz zu den konkurrierenden Panelarten sind mit dem TN-Panel Bildwiederholungsraten von 240 Hz und eine Reaktionszeit von 1 ms möglich. Daher setzen die meisten Gaming-Monitore auf TN-Panels. Die Eigenschaften des TN-Panels werden zusätzlich mit herstellerspezifischen Techniken kombiniert. Ein TN-Panel in Kombination mit Blur-Reduction und das Minimieren der Bewegungsunschärfe ergibt ein extrem scharfes Bild – selbst bei schnellen Bewegungen.

Neben den Vorteilen gibt es auch Nachteile, die ein TN-Panel mit sich bringt. Gerade horizontal ist der Blickwinkel sehr stark begrenzt. Die Folge ist eine nicht optimale Farbdarstellung. Deshalb sollten Fotografen und Grafiker, die mit farbkritischen Inhalten arbeiten, lieber zu anderen Panelarten greifen. Auch bei Filmen kann es zu Artefaktbildung und stärkerem Rauschen kommen. Extrem günstige Monitore mit TN-Panel leiden meist auch unter schlechten Schwarzwerten. Ein moderner Mittelklasse-Monitor sollte diese Schwäche aber nicht mehr haben.

VA-/MVA-/AMVA-Panel (Vertical-Alignment-Panel / Multi-Domain-Vertical-Alignment-Panel / Advanced-Multi-Domain-Vertical-Alignment)

Diese drei Typen haben grundsätzlich den gleichen Ansatz und gehen auf die selbe Grundlage zurück. Dabei steht VA für „Vertical Alignment“, was bedeutet, dass die Sub-Pixel vertikal angeordnet sind. Dadurch kommt es zu einem vergleichsweise großen Blickwinkel, der den eines TN-Panels deutlich überschreitet. Die klassischen MVA-Panels sind dagegen in ihrer Reaktionszeit deutlich langsamer. Doch mit einer guten Mischung aus Blickwinkelstabilität, hohem Kontrast und einem günstigen Preis sind sie für klassische Office-Arbeit oder für den Heimgebrauch bestens geeignet.

Neuere VA-Modelle, wie die AMVA, können teilweise mit den schnellen TN-Panels mithalten. Dabei ist bei 120 Hz eine Reaktionszeit von 5-6 ms möglich sowie hochauflösende QHD-Displays. Wer auch hier auf Reaktionszeit achtet, dem wird es immer noch zu langsam sein. Die neueren AMVA Panels bieten dennoch eine sehr hohe Blickwinkelstabilität, ohne die Farben zu verfälschen. Lediglich bei zu steilem Blickwinkel leidet der Kontrast. Der sonst hohe Kontrastwert von 3000:1 bis 5000:1 und eine sehr gute Farbwiedergabe ermöglichen die Bearbeitung von farblich anspruchsvollen Aufgaben im Grafik- und Fotografiebereich.

Die langsame Reaktionszeit ist aber nicht der einzige Nachteil. Zum Beispiel gibt es von diesem Paneltyp kein mattes Display, sondern nur leicht glänzende Modelle. Trotz hoher Blickwinkelstabilität gibt es nur einen kleinen Kontrast-Shift. Dieser Effekt tritt auf, wenn man nicht zentral vor dem Bildschirm sitzt – gerade beim Arbeiten mit farbkritischen Anwendungen ist dies ein Problem. Dafür ist das Bild weniger körnig als beim TN-Panel.

IPS-Panel (In-Plane-Switching-Panel)

Nun kommen wir zum letzten und auch zum teuersten der drei Paneltypen. Die Abkürzung steht für In-Plane-Switching und ist den anderen Arten in vielen Bereichen überlegen. Dennoch sah es am Anfang dieser Technik noch ganz anders aus. Gerade die hohe Reaktionszeit, der schlechter Kontrast und die Anti-Glare-Beschichtung wirkte grobkörniger als beispielsweise die eines TN-Panels. Doch durch ständige Verbesserungen wurden die Schwächen minimiert.

IPS-Panels bieten heute gute Kontrastwerte und dabei eine schnelle Reaktionszeit von 5 ms. Da es kein Kontrast-Shift gibt, ist die Blickwinkelstabilität unübertroffen. Der größte Vorteil ist die hervorragende Farbwiedergabe, die es gerade für professionelle Grafiker interessant macht. Im höheren Preissegment gibt es sogar IPS-Modelle mit 10 Bit Farbtiefe für besonders hohe Ansprüche. Auch ist durch diese Technik eine Auflösung von 4K UHD bei über 30“ Bildschirmdiagonale möglich.

Auch Gamer können ohne Bedenken zugreifen. Unter der Bezeichnung AHVA gibt es Monitore, die 144 Hz nativ schaffen. In neueren Modellen findet man auch Techniken wie das Blur-Reduction, die die Bewegungsunschärfe stark reduzieren. Wer auf der Suche nach einem geschwungenen Monitor ist, wird auch um IPS nicht herumkommen.

Es gibt jedoch auch Nachteile: Das oben genannte grobkörnige Bild bei älteren Modellen und auch der IPS-Glow, ein weißer Schimmer, der bei bestimmten Blickwinkeln auftritt. Reaktionsschnelle Displays sind noch recht selten oder im Preis dann recht teuer.

Fazit

Das TN-Panel ist gerade für Gamer die passende Wahl. Schnelle Bildwiederholungsraten und Reaktionszeiten, für relativ wenig Geld. Auch für den Heimgebrauch sind TN-Modelle als gute Allrounder in Preis und Leistung unschlagbar.

Wer häufig und vor allem lange vor dem Bildschirm sitzt, sollte zu VA- besser noch zu IPS-Panels greifen, da diese oft mit der Flicker-Free-Technologie ausgestattet sind und die Augen somit schonen.

Wenn Sie mit sehr sensiblen Bildinhalten arbeiten, Grafiker, Fotograf oder Videografiker sind, sollten Sie auf jeden Fall zu IPS-Monitoren greifen. Nur die bieten naturgetreue Farbwiedergabe und 10 Bit Farbtiefe.

Wir beraten Sie dazu gern!

  • +49 3722 71700
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Bildquellen:

Beitragsbild: Pixabay | Bearbeitung: DELTA BARTH Systemhaus GmbH

1 1 1 1 1

Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren:

IT-Infrastruktur

Auch ein Microsoft-Leben hat irgendwann ein Ende

Auch ein Microsoft-Leben hat irgendwann ein Ende

Jeder von uns hat es wahrscheinlich mitbekommen, als das Ende von Windows XP eingeläutet wurde. Eine kleine Meldung mit der Überschrift „Der Support wurde eingestellt“ sollte uns spätesten...

IT-Infrastruktur

Von der Lochkarte zur SSD

Von der Lochkarte zur SSD

Seit nunmehr 80 Jahren erleben wir einen rasanten Innovationsschub im Bereich der Informationstechnologien. Immer mehr Daten müssen gespeichert werden. Dabei ist gleichzeitig die Qualität von I...

IT-Infrastruktur

Präsentieren leicht gemacht

Präsentieren leicht gemacht

Präsentationen gehören heutzutage im Geschäftsalltag einfach dazu, egal ob für interne Meetings, Kundenpräsentationen, Produktvorstellungen,etc. In den meisten Fällen werden diese natürlic...

Sie wollen keinen Blog-Beitrag verpassen?

Dann abonnieren Sie unseren DELTA BARTH Blog!

Abonnieren